Ein Forschungsprojekt hat standardisierte Bauteile und Anschlüsse für den mehrgeschossigen Holzbau entwickelt: als Detailkataloge, Tabellen und digitale Planungshilfen. Die Ergebnisse werden am 9. Juni vorgestellt.

Die Meldung

Das Projekt HolzSysteMe entwickelt Systemlösungen für typische Bauteile und Anschlüsse im mehrgeschossigen Holzbau, mit dem Ziel, Planung und Ausführung zu vereinfachen und wirtschaftlicher zu machen. Angestrebt werden technisch ausgereifte, wirtschaftliche und einfach berechenbare Konstruktionen, die unterschiedliche Randbedingungen systematisch berücksichtigen und die Anforderungen an Tragfähigkeit, Brandschutz, Bauphysik und Holzschutz zusammenführen. Ein Schwerpunkt liegt auf Laubholz, insbesondere Buche und Birke, um Grundlagen für eine breitere Baupraxis und künftige Normung zu schaffen. Die Ergebnisse werden als Detailkataloge, Tabellen, Diagramme und digitale Planungshilfen bereitgestellt und sollen vor allem die Vorplanung effizienter machen. Vorgestellt werden sie am 9. Juni 2026 in einer hybriden Abschlusskonferenz in Olsberg. Beteiligt sind unter anderem die Fachhochschule Aachen und der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen.

Die Zahlen

  • Ergebnispräsentation: 9. Juni 2026, Olsberg (hybrid)
  • Ergebnisformate: Detailkataloge, Tabellen, Diagramme, digitale Planungshilfen
  • Zusammengeführte Anforderungen: Tragfähigkeit, Brandschutz, Bauphysik, Holzschutz
  • Laubholzschwerpunkt: Buche und Birke
  • Ziel: Normungsgrundlagen für die breitere Baupraxis

Unser Kommentar

Der Nutzen solcher Projekte liegt an einer Stelle, die Bauherren selten sehen: in der Vorplanung. Wer im Holzbau eine Deckenkonstruktion mit definierten Anforderungen an Schallschutz, Feuerwiderstand und Spannweite braucht, muss diese Kombination entweder aus Einzelnachweisen zusammensetzen oder auf einen vorhandenen, geprüften Aufbau zurückgreifen. Der erste Weg kostet Ingenieurstunden und Zeit, der zweite kostet nichts, wenn ein passender Aufbau dokumentiert vorliegt. Detailkataloge sind deshalb kein Nachschlagewerk für Spezialisten, sondern ein direkter Kostenfaktor.

Der zweite bemerkenswerte Punkt ist die Zusammenführung der vier Anforderungsbereiche. In der Praxis kommen Konflikte fast immer aus deren Widerspruch: Ein Aufbau, der die Schallschutzanforderung erfüllt, wird zu dick für die geplante Geschosshöhe; ein Aufbau, der brandschutztechnisch passt, verlangt eine Bekleidung, die die sichtbare Holzoberfläche verhindert. Wer diese Konflikte erst in der Ausführungsplanung entdeckt, zahlt für Umplanung. Ein System, das die Kombinationen vorab durchgerechnet hat, verlagert diese Erkenntnis in die Phase, in der Änderungen nichts kosten.

Zum Laubholzschwerpunkt: Buche und Birke konstruktiv nutzbar zu machen, ist die strukturell wichtigste Aufgabe im Holzbau der nächsten Jahre. Der Waldumbau erhöht den Laubholzanteil, das Bauen fragt Nadelholz nach: diese Schere lässt sich nur über Normung und geprüfte Anwendungen schließen. Dass ein Landesforstbetrieb an einem Bauforschungsprojekt beteiligt ist, zeigt, dass beide Seiten das inzwischen als dasselbe Problem behandeln.


Quellen: FNR/Holzbauinitiative: HolzSysteMe

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