78 Einreichungen und über 100 geförderte Projekte: Bilanz aus Baden-Württemberg
Der Holzbaupreis Baden-Württemberg 2026 zählt 78 Einreichungen, das Holz Innovativ Programm über 100 geförderte Projekte. Was Landespolitik im Holzbau bewegt.
78 Einreichungen für den Landesholzbaupreis, über 100 Projekte aus einem Landesförderprogramm: Baden-Württemberg zeigt, was passiert, wenn ein Bundesland Holzbau über Jahre systematisch fördert.
Die Meldung
Beim 5. Fachkongress Holzbau in Baden-Württemberg wurde der Holzbaupreis des Landes verliehen; eingereicht waren 78 Projekte. Aus dem Holz Innovativ Programm des Landes sind inzwischen über 100 Projekte gefördert worden. Der zuständige Landesminister Peter Hauk fasste die Zielsetzung mit dem Satz zusammen: „Bauen mit Holz verbindet Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und architektonische Qualität.“ Den Juryvorsitz hatte Prof. Markus Lager.
Die Zahlen
- Einreichungen Holzbaupreis BW 2026: 78
- Geförderte Projekte im Holz Innovativ Programm: über 100
- Holzbauquote Baden-Württemberg: 34,3 % – höchster Wert im Ländervergleich
- Vergleich Bundeswettbewerb HolzbauPlus: 70 von 239 Einreichungen kamen aus Baden-Württemberg
Unser Kommentar
Es lohnt, diese Zahlen nebeneinanderzulegen. Baden-Württemberg hat die höchste Holzbauquote im Ländervergleich, stellt beim Bundeswettbewerb HolzbauPlus mit 70 von 239 Einreichungen das größte Kontingent und betreibt daneben einen eigenen Landespreis mit 78 Einreichungen sowie ein Förderprogramm mit über 100 Projekten. Das ist kein Zufall und keine Frage der Waldfläche: Bayern hat mehr Wald und eine niedrigere Quote. Es ist das Ergebnis einer Politik, die über mehrere Legislaturperioden dieselbe Richtung verfolgt hat: Bauordnungsrecht öffnen, Förderung anbieten, Kompetenz aufbauen, Sichtbarkeit schaffen.
Für Kommunen in anderen Bundesländern ist das die brauchbare Lehre. Ein einzelnes Förderprogramm bewegt wenig, wenn Bauämter unsicher sind und Betriebe fehlen. Wirksam ist die Kombination: Wenn die Landesbauordnung mehrgeschossigen Holzbau ohne Einzelfallabweichung zulässt, wenn Fortbildung verfügbar ist, wenn Referenzen sichtbar sind und wenn ein Zuschuss die Anfangsunsicherheit abfedert, dann entstehen Projekte. Fällt ein Element weg, wirkt es sich mit Verzögerung aus. Was der Wegfall eines Förderprogramms bedeutet, lässt sich derzeit in Bayern beobachten.
Ein Wort zur Vorsicht bei der Interpretation von Wettbewerbszahlen: Sie messen Bewerbungsbereitschaft, nicht Baugeschehen. Dass aus einem Bundesland viele Einreichungen kommen, heißt auch, dass dort eine Kultur des Zeigens existiert: Planer, die Wettbewerbe kennen, Kommunen, die ihre Bauten präsentieren. Das ist ein weicher Faktor, aber kein unwichtiger: Sichtbare Referenzen sind das, was den nächsten Bauherrn überzeugt.
Quellen: architekturblatt: 5. Fachkongress Holzbau mit Verleihung Holzbaupreis BW · Holzbauoffensive BW: Holzbaupreis 2026
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