Baupreise ziehen wieder an: 3,3 Prozent mehr für Wohngebäude
Die Preise für den Neubau von Wohngebäuden lagen im Februar 2026 um 3,3 Prozent über dem Vorjahr. Instandhaltung verteuert sich mit 4,1 Prozent stärker.
Die Baupreise steigen wieder, mit 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr moderat, aber deutlich oberhalb der allgemeinen Preisstabilität. Aufschlussreich ist, welcher Teil des Bauens sich am stärksten verteuert.
Die Meldung
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lagen die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude im Februar 2026 um 3,3 Prozent über dem Niveau von Februar 2025. Gegenüber November 2025 stiegen die Baupreise um 1,5 Prozent. Differenziert nach Leistungsbereichen: Rohbauarbeiten an Wohngebäuden verteuerten sich um 2,7 Prozent, während Instandhaltungsarbeiten mit 4,1 Prozent über dem Vorjahreswert lagen.
Die Zahlen
- Neubau Wohngebäude: +3,3 % gegenüber Februar 2025
- Veränderung seit November 2025: +1,5 % in drei Monaten
- Rohbauarbeiten: +2,7 %
- Instandhaltungsarbeiten: +4,1 %
Unser Kommentar
Zwei Dinge stechen hervor. Erstens die Dreimonatsveränderung: 1,5 Prozent von November bis Februar entsprechen aufs Jahr gerechnet etwa 6 Prozent. Die Jahresrate von 3,3 Prozent ist also ein rückwärtsblickender Wert: die aktuelle Dynamik ist höher. Wer eine Kostenschätzung aus dem Herbst verwendet, arbeitet mit veralteten Zahlen.
Zweitens die Differenz zwischen Rohbau und Instandhaltung: 2,7 gegenüber 4,1 Prozent. Instandhaltung ist lohnintensiv, kleinteilig und schlecht rationalisierbar: hier schlagen Tarifabschlüsse und Fachkräftemangel unmittelbar durch, während im Rohbau Materialpreise und Vorfertigung dämpfend wirken. Für Bestandshalter heißt das: Der Kostendruck liegt derzeit stärker im Bestand als im Neubau. Für Kommunen mit Sanierungsstau ist das die unangenehmere Nachricht von beiden, weil sich Sanierung schlecht aufschieben lässt, ohne dass Folgekosten entstehen.
Die Folgerung ist unspektakulär, aber wirksam: Bauzeit ist Kostenrisiko. Bei 3 bis 6 Prozent Preissteigerung pro Jahr kostet jedes Jahr Verzögerung mehr als die meisten Einsparungen, die man in Ausschreibungen erzielt. Genau hier liegt der wirtschaftliche Kern der Vorfertigung: Wer Bauzeit auf der Baustelle in Werkstattzeit umwandelt, verkürzt das Zeitfenster, in dem Preissteigerungen und Wetterrisiken auf das Projekt wirken, und fixiert Preise früher, weil Mengen mit der Werkstattplanung feststehen. Verglichen mit den Krisenjahren, in denen Baupreise zweistellig gestiegen sind, ist die aktuelle Entwicklung dennoch beherrschbar. Sie ist nur nicht Null.
Quellen: Statistisches Bundesamt: Baupreise für Wohngebäude Februar 2026
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