8,8 Milliarden Euro im ersten Quartal: der Investmentmarkt zieht an
Der deutsche Immobilien-Investmentmarkt startet mit 8,8 Milliarden Euro ins Jahr 2026, fünf Prozent über Vorjahr. Wohnen fällt zurück, Gesundheitsimmobilien boomen.
Der deutsche Immobilien-Investmentmarkt ist mit rund 8,8 Milliarden Euro ins Jahr gestartet, fünf Prozent über dem Vorjahresquartal. Die Erholung ist da, aber sie verteilt sich sehr ungleich über die Nutzungsarten.
Die Meldung
Im ersten Quartal 2026 wurden am deutschen Immobilienmarkt rund 8,8 Milliarden Euro investiert, etwa fünf Prozent mehr als im Vorjahresquartal, bei rund 390 Transaktionen. Gewerbeimmobilien kamen auf 6,9 Milliarden Euro (+16 Prozent), das Wohnsegment auf 2 Milliarden Euro und damit 22 Prozent weniger als im Vorjahr. Unter den gewerblichen Nutzungsarten führten Büroimmobilien mit 1,8 Milliarden Euro (+5 Prozent), gefolgt von Einzelhandel mit 1,4 Milliarden (+7 Prozent) und Logistik mit 1,2 Milliarden (−11 Prozent). Auffällig ist der Zuwachs bei Gesundheitsimmobilien: 1,1 Milliarden Euro, ein Plus von 87 Prozent. Die Netto-Spitzenrenditen lagen bei Büroimmobilien in München bei 4,20 Prozent, in Berlin bei 4,35 und in Stuttgart bei 4,50 Prozent, bei Logistik bei 4,50 Prozent und bei Wohnungsneubau bei 3,58 Prozent. Marcus Zorn, Vorstandsvorsitzender des berichtenden Beratungshauses, führte den Anstieg auf ein verbessertes Marktsentiment zurück, das sich vor allem in einer deutlich gestiegenen Zahl der Transaktionen zeige.
Die Zahlen
| Segment | Q1 2026 | Veränderung |
|---|---|---|
| Gesamtvolumen | 8,8 Mrd. € | +5 % |
| Gewerbe gesamt | 6,9 Mrd. € | +16 % |
| Wohnen | 2,0 Mrd. € | −22 % |
| Büro | 1,8 Mrd. € | +5 % |
| Einzelhandel | 1,4 Mrd. € | +7 % |
| Logistik | 1,2 Mrd. € | −11 % |
| Gesundheitsimmobilien | 1,1 Mrd. € | +87 % |
| Transaktionen | rund 390 | steigend |
Netto-Spitzenrenditen: Büro München 4,20 % · Berlin 4,35 % · Stuttgart 4,50 % · Logistik 4,50 % · Wohnungsneubau 3,58 %
Unser Kommentar
Drei Befunde sind für Bauherren relevant.
Erstens die Spitzenrendite im Wohnungsneubau: 3,58 Prozent. Zieht man den Finanzierungszins von rund 3,5 Prozent für zehnjährige Bindungen daran vorbei, wird sichtbar, warum der Neubau nicht in Gang kommt. Der Abstand zwischen Rendite und Kapitalkosten ist so schmal, dass er Baukostenrisiken nicht mehr abdeckt. Der Rückgang von 22 Prozent im Wohnsegment ist kein Stimmungsproblem, sondern Arithmetik.
Zweitens der Sprung bei Gesundheitsimmobilien um 87 Prozent. Pflegeeinrichtungen, Ärztehäuser und medizinische Zentren sind Gebäudetypen mit klarem Raumprogramm, hoher Wiederholbarkeit und langfristigen Mietern: genau das Profil, bei dem Vorfertigung und serielle Konzepte ihren Vorteil ausspielen. Für den Holzbau ist das ein Segment mit Aufmerksamkeit wert, auch wenn die Anforderungen bei Sonderbauten anspruchsvoll bleiben.
Drittens die gestiegene Transaktionszahl bei moderat gestiegenem Volumen. Das heißt: Es wird wieder gehandelt, aber in kleineren Losgrößen. Große Portfoliodeals fehlen, die Aktivität kommt aus Einzelobjekten. Für Projektentwickler ist das eine gute Nachricht: kleinere Objekte finden Käufer, ohne dass ein institutioneller Großinvestor gefunden werden muss.
Was aus diesem Quartal nicht folgt: eine Prognose. Die Erholung stand in den ersten Wochen des Jahres, bevor sich die geopolitische Lage verschärfte und die Kapitalmarktzinsen im März nach oben sprangen. Wie robust sie ist, zeigt sich erst in den Zahlen des zweiten Quartals.
Quellen: BNP Paribas Real Estate: Investmentmarkt zum Jahresstart 2026
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