Der Februar bringt die stärkste Zuwachsrate seit Langem: 22.200 genehmigte Wohnungen, ein Plus von 24,1 Prozent. Im Neubau allein sind es 30,6 Prozent. Bevor daraus eine Trendwende wird, lohnt ein Blick auf den Vergleichsmonat.

Die Meldung

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Februar 2026 22.200 Wohnungen genehmigt, 4.300 mehr als im Februar 2025, ein Plus von 24,1 Prozent. Davon entstanden 19.000 im Neubau, wo der Zuwachs 30,6 Prozent betrug, und 3.200 durch Umbaumaßnahmen im Bestand. Im Zweimonatszeitraum Januar bis Februar 2026 kommen damit 41.700 genehmigte Wohnungen zusammen, 16,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nach Gebäudetyp verteilt sich das Plus über alle Segmente: Einfamilienhäuser 7.800 Wohnungen (+14,2 Prozent), Zweifamilienhäuser 2.400 (+25,8 Prozent), Mehrfamilienhäuser 21.900 (+18,0 Prozent) und Wohnheime 2.400 (+16,8 Prozent).

Die Zahlen

Segment Wert Veränderung
Wohnungen Februar 2026 22.200 +24,1 %
davon Neubau 19.000 +30,6 %
davon Umbau 3.200
Januar–Februar gesamt 41.700 +16,2 %
Einfamilienhäuser (Jan–Feb) 7.800 +14,2 %
Zweifamilienhäuser (Jan–Feb) 2.400 +25,8 %
Mehrfamilienhäuser (Jan–Feb) 21.900 +18,0 %

Unser Kommentar

Ein Plus von 24 Prozent klingt nach Wende, und zum Teil ist es eine. Zwei Dinge gehören aber dazu.

Erstens der Basiseffekt: Der Vergleichsmonat lag auf einem Niveau, das historisch außergewöhnlich niedrig war. Wer von einem sehr tiefen Punkt startet, erzeugt hohe Prozentwerte mit moderaten absoluten Zuwächsen: 4.300 Genehmigungen mehr sind gut, aber sie machen aus einem schwachen Markt keinen starken. Auf Jahresrate gerechnet bleibt Deutschland deutlich unter 250.000 Wohnungen, bei einem politischen Ziel von 400.000.

Zweitens die Diskrepanz zwischen Genehmigung und Stimmung. Während die Genehmigungszahlen steigen, verschlechtern sich die Erwartungen in der Bauwirtschaft. Diese Kombination hat eine plausible Erklärung: Genehmigt werden derzeit Vorhaben, die Bauherren sich sichern wollen, bevor Anforderungen steigen oder Förderfenster schließen, nicht zwangsläufig Vorhaben, die zeitnah gebaut werden. Der Bauüberhang wächst mit, und der Bund stellt eigens 800 Millionen Euro bereit, um genau diese Lücke zu schließen.

Für Kommunen ist das der praktische Punkt: Eine Genehmigung ist noch kein Gebäude. Wer als Gemeinde Baurecht schafft, sollte im Blick behalten, ob daraus tatsächlich Wohnungen entstehen: sonst wächst der Bestand an Papier, nicht an Wohnraum. Und für Bauherren gilt: Wer eine Genehmigung hat und wartet, wartet in einem Umfeld steigender Kapitalmarktzinsen.


Quellen: Statistisches Bundesamt: Baugenehmigungen Februar 2026

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