Der Jahresstart in der Wohnungsbaustatistik ist positiv: 19.500 genehmigte Wohnungen im Januar, 8,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die absolute Zahl bleibt trotzdem weit unter dem, was der Markt braucht.

Die Meldung

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Januar 2026 19.500 Wohnungen genehmigt, 1.500 mehr als im Januar 2025, ein Plus von 8,4 Prozent. Im Neubau wurden 16.400 Wohnungen genehmigt (+7,4 Prozent). Nach Gebäudetyp differenziert: 3.800 Wohnungen in Einfamilienhäusern (+12,6 Prozent), 1.200 in Zweifamilienhäusern (+26,1 Prozent) und 10.500 in Mehrfamilienhäusern (+7,1 Prozent). Deutlich zurück ging die Zahl der Wohnheimplätze mit 500 Genehmigungen (−47,6 Prozent). Umbaumaßnahmen im Bestand kamen auf 3.100 Wohnungen (+13,5 Prozent), Wohnungen in Nichtwohngebäuden auf 350 (+148,6 Prozent).

Die Zahlen

Segment Januar 2026 Veränderung
Wohnungen insgesamt 19.500 +8,4 %
davon Neubau 16.400 +7,4 %
Einfamilienhäuser 3.800 +12,6 %
Zweifamilienhäuser 1.200 +26,1 %
Mehrfamilienhäuser 10.500 +7,1 %
Wohnheime 500 −47,6 %
Umbaumaßnahmen 3.100 +13,5 %

Unser Kommentar

Zwei Zahlen lohnen einen zweiten Blick. Erstens die Zweifamilienhäuser mit plus 26,1 Prozent: Das ist typischerweise das Segment der Eigennutzer, die für Angehörige mitbauen: ein Reflex auf hohe Mieten und knappen Wohnraum in familiärer Nähe. Für den Holzbau ist dieses Segment relevant, weil hier die höchsten Holzbauanteile erreicht werden.

Zweitens die Umbaumaßnahmen mit plus 13,5 Prozent, die stärker wachsen als der Neubau. Das passt zur Förderrichtung des Bundes, der Bestandsaktivierung und Umnutzung eigene Töpfe gewidmet hat. Aufstockungen, Dachausbauten und Umnutzungen sind der Bereich, in dem sich Wohnraum ohne neue Erschließung schaffen lässt, und der Bereich, in dem das geringe Eigengewicht von Holzkonstruktionen kein Argument, sondern eine Voraussetzung ist. Viele Bestandsgebäude tragen genau eine leichte Aufstockung und keine schwere.

Bei aller positiven Dynamik gehört die Einordnung dazu: 19.500 Genehmigungen im Januar entsprechen einer Jahresrate deutlich unter 250.000 Wohnungen, während politisch 400.000 angestrebt werden. Genehmigt ist außerdem nicht gebaut: der Bauüberhang aus genehmigten, aber nicht begonnenen Vorhaben ist hoch, weshalb der Bund eigens 800 Millionen Euro für dessen Aktivierung bereitstellt. Die Genehmigungsstatistik ist ein Stimmungsindikator, kein Fertigstellungsversprechen.


Quellen: Statistisches Bundesamt: Baugenehmigungen Januar 2026

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